Achtsam morden: Die Spießerserie für das deutsche Publikum?
Netflix präsentiert mit »Achtsam morden« eine Serie, die ins Herz des deutschen Spießertums trifft. Ist dies die Kultserie, die wir brauchen?
Netflix hat mit »Achtsam morden« eine Serie ins Programm genommen, die sich wie eine Hommage an das Spießertum anfühlt, das in der deutschen Fernsehlandschaft schon lange wünscht, ernst genommen zu werden. Die Geschichte dreht sich um einen Psychotherapeuten, der seine eigenen Prinzipien der Achtsamkeit in einer Reihe von Mordfällen anwenden möchte. Es ist ein Konzept, das sowohl als amüsant als auch als schockierend empfundene Momente hervorruft, wobei nicht klar ist, ob es uns dazu einlädt, über das banale und das absurde in unserem Alltag nachzudenken oder ob es sich nur um einen cleveren Marketingtrick handelt, der den Zeitgeist der Selbstoptimierung bedienen will.
Die Darsteller liefern eine leidenschaftliche, wenn auch manchmal etwas übersteigerte Darbietung ab, und es bleibt die Frage, ob dies die tiefere Verbindung zu einem Publikum schafft, das sich nach neuen Erzählungen sehnt. Während die Gesellschaft sich an Themen wie Mental Health und Achtsamkeit klammert, gelingt es der Serie, humorvoll und gleichzeitig respektvoll mit diesen sensiblen Themen umzugehen. Vielleicht ist das, was hier geboten wird, der erfrischende Blick auf das Gewöhnliche und die Absurdität des Alltags, die wir im deutschsprachigen Fernsehen so lange vermisst haben.